Und plötzlich ist er schon wieder da… – der 14. Februar

Ein Beitrag von unserer Kollegin Nadja-Jasmin Müller aus dem Meldewesen

Meine Kollegin bittet mich: „hey, kannst du nicht was zum Thema Valentinstag schreiben?“. Hmm… warum eigentlich nicht? Das dürfte ja nicht allzu schwer werden. Großes Gelächter bei meinen Freunden. „Ausgerechnet du!“ … Na euch werde ich es zeigen. Schließlich habe ich eine Woche Zeit und mit dem Thema beschäftigt man sich einmal im Jahr. Okay, erstmal eine Liste machen! Was will ich erzählen? Früher in der Schule gab es immer diese Rosenaktion. Man konnte anonym oder mit Karte seinem Schwarm oder der besten Freundin eine Rose zukommen lassen. Was für eine Aufregung… Was habe ich noch erlebt? Ja, es gibt Männer, die die Aussage „Schatz, du musst mir nichts schenken“ tatsächlich ernst nehmen.  Das finde selbst ich dann schade, kratzt ein bisschen am Ego.

 

Dann gab es da doch noch die tagelange Diskussion von zwei Freundinnen. Beide seit Jahren verheiratet. Die Zwei waren fest davon überzeugt, dass ein bisschen Schokolade ja gar nicht geht. Da sollte es dann schon Schmuck oder das Wellnesswochenende sein. Für mich absolut unverständlich, für meinen besten Freund der Grund mir beinahe einen Strauß Blumen zu schicken, nur um hinterher zu hören wie die zwei sich darüber aufregen, weil ihre Männer auf so eine Idee ja nie kommen würden. Es scheiterte allerdings am Preis. Gelohnt hätte es sich mit Sicherheit.

 

Mehr Stories fallen mir aber dann auch nicht ein. Ist ja nicht gerade seitenfüllend. Vielleicht dann doch was zum Hintergrund. Warum eigentlich Valentinstag? Also mal Google befragen, die wissen alles. Namensgeber des Tages ist ganz klar der heilige Valentin (von Terni). Er lebte im dritten Jahrhundert und gilt in der katholischen Kirche als Schutzpatron der Liebenden. Warum? Weil er der Legende nach Liebespaare getraut hat, obwohl der römische Kaiser dies verboten hatte. Valentin soll den Paaren zur Vermählung außerdem Blumen aus dem eigenen Garten geschenkt haben. Gestorben ist er übrigens am 14. Februar. Das erklärt also die Sache mit den Blumen und dem Datum…. wieder was gelernt. Wie ging es weiter? Schon im 15. Jahrhundert galt das Verschenken von Präsenten und Karten als üblich, um einem geliebten Menschen Zuneigung zu zeigen. Doch erst in den Fünfzigerjahren, als der Valentinstag aus Amerika zurück nach Deutschland kehrte, startete der Hype, der bis heute anhält oder immer schlimmer wird. So viel also zur Geschichte, aber dann doch etwas wenig für einen Artikel zum Thema Valentinstag. Also weiter … „du kannst das Thema auch kritisch sehen“ war ein Tipp meiner Kollegin. Meckern kann ich… Da schaff ich bestimmt eine halbe Seite. „Beziehungsstatus: Suche Saufpartner zu Valentinstag“ war der erste Spruch der mir da einfiel. „Tag des Kommerzes“ und „Erfindung der Blumenverkäufer und Schokoladenindustrie“ waren meine nächsten Ideen. Das reicht zwar für eine Überschrift, aber mehr dann auch nicht.

 

Mal sehen was andere so zu dem Thema geschrieben haben. Morgen soll der Text immerhin fertig sein. So langsam muss ich mir was einfallen lassen. Und tatsächlich findet man im Internet viel zu viel zu dem Thema. Ich kann hier nicht nur Blumen verschicken, sondern auch candle light dinner reservieren, Plüschtiere bedrucken lassen oder Schokolade individuell gestalten. Jede Zeitung, die im Internet vertreten ist, hat sich natürlich auch schon mit dem Tag der Verliebten auseinander gesetzt. Eine kurze Einleitung, dass es ja bald schon wieder soweit ist. Die große Frage ist es nur noch Kommerz oder brauchen wir heutzutage den Tag als gute Gelegenheit um wieder einmal bewusst zu sagen: „Ich liebe dich!“? Und auf der Internetseite von verschiedenen katholischen Kirchen ein paar Hintergrundinfos und der Termin für den Gottesdienst für Pärchen. Hier also auch nichts Neues und Brauchbares was man sich borgen könnte. Mittlerweile ist die Schokolade leer, der Fernseher aus und die Musik an (ob sich „Poison“ und „Miststück“ wohl für einen Beitrag eignen? Wohl eher nicht.).

 

Ich habe also zu dem Thema nichts zu sagen. Oder?